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Der Verkehr und die Kommunikationen
Der ursprüngliche Weg aus Uštěk nach Česká Lípa, der den Gebirgsausläufer durchging, verwandelte sich im Laufe der Zeit in eine richtige Straße. Mit der Verbauung der beiden Seiten des Gebirgsausläfers wurde die Passierbarkeit der Straße immer enger, so dass die Stadttore abgerissen werden mussten, das westliche, böhmische Tor auch wegen seiner Baufälligkeit im Jahre 1830, das östliche, deutsche dann im Jahre 1859, als seine ungenügende Durchfahrbarkeit die Löschungsarbeiten bei dem grossen Brand des Stadtzentrums hinderte. Im Jahre 1842 wurde die Hauptstraße gepflastert. Es wurden einfache Straßen aus Úštěk in die benachbarten Orte gebaut nach Konojedy (1852), Habřina (1858), Tetčiněves (1867), Skalka über Ostré (1883) und Lhota (1893). Die Pferdefuhrwerke, waren aber bald zu langsam und so wechselte man schnell und gern zu der Eisenbahn. Im Jahre 1888 wurde die private Eisenbahnstrecke aus Úštěk über Habřina, Lovečkovice und Velké Březno nach Veneřice in Betrieb genommen. Sie wurde bis zum 25.5.1978 betrieben, als sie durch die Busverbindung ersetzt wurde. Ein Teil der Strecke aus Velké Březno nach Zubrnice wurde aber wieder in Betrieb genommen und ist heute eine große touristische Attraktion. Im Bahnhof Zubrnice ist ein Eisenbahn-museum untergebracht, welches jedoch seine neue Stelle in dem oberen Bahnhof in Úštěk finden soll.
Nachdem im Jahre 1898 mit dem Bau einer weiteren Eisenbahnstrecke aus Litoměřice nach Česká Lípa begonnen worden war, wurde Úštěk zu einer kleinen Eisenbahnkreuzung. Diese Strecke ist immer noch im Betrieb.
Der immer zunehmende Autoverkehr, vor allem der schwere Autotransport, schadete der Statik der Häuser. Vor allem waren die sogenannten "Ptačí domky" im sudwestlichen Teil der Stadt bedroht, wo die Straße an dem Postgebäude sehr eng war. Im Jahre 1971 wurde also mit dem Bau der Stadtumgehung begonnen. Mehrere Hopfenlager mussten dem Bauprojekt Platz machen und wurden abgerissen. Erhalten blieb nur das Lager in der Vilová čtvrť. Es diente nämlich als Probeobjekt für die geplante Versetzung der Dekanatskirche in Most. Das Lager wurde aufgehoben, auf Schienen gesetzt und aus dem Raum der künftigen Umgehungsstraße um 35 m näher zu der Eisenbahnstrecke versetzt. Hier steht es bis jetzt.
Die Juden
Die in den Nachkriegsjahren geschriebenen Stadtführer liess man eine kleine, jedoch bis zum Ende des 2. Weltkrieges für die Stadt und die Umgebung wichtige Judengemeinde außer Acht. Die Juden in Úštěk wurden zum ersten Male im Jahre 1523 schriftlich erwähnt. Sie waren wegen ihres Glaubens und der Lebensweise des Lebens nicht würdig und besassen fast keine Bürgerrechte. Den ersten großen Angriff mussten sie im Jahre 1745 erleben, als der im Jahre 1744 von Maria Theresia getroffene Beschluss über die Aussiedlung der Juden aus dem Land für einige Bürger von Úštěk zum Signal zu den Plünderungen wurde. Die Teilnehmer des Angriffes, unter denen auch der Stadtschultheiss war, mussten sich dann am Ende des Jahres 1745 vor dem Gericht verantworten.
Das Toleranzpatent aus dem Jahre 1781 bedeutete einen weiteren Schritt auf dem Wege der Gleichberechtigung der Juden. Ab nun konnten sie sich dem Gewerbe widmen, im Militär dienen, ihre Häuser auch außerhalb des zugewiesenen Raumes besitzen und für ihre Gottesdienste sich besondere Kirchen, die Synagogen bauen. Die erste, noch hölzerne Synagoge, die die Juden auf Grund ihres Rechtes bauten, brannte aber im Jahre 1793 nieder. An deren Stelle wurde dann im Jahre 1794 aus dem aus den hiesigen Steinbrüchen stammenden Sandsteinmaterial eine neue Synagoge gebaut. Im Laufe der Zeit wurde sie erweitert und funktionierte bis zum Anfang des 2. Weltkrieges. Den Krieg überstand sie fast unbeschädigt und noch im Jahre 1945 wurde sie bewohnt. Nach dem Jahre 1948 diente sie als Müllplatz und wurde schnell baufällig. Zuerst wurden die Bänke, dann das übrige Holz aus dem Interrier verbrannt. Das Dach zerfiel, die Statik des Objektes wurde verletzt. Aus Anlass der Prager Judengemeinde wurde im Jahre 1997 mit der Generalrekonstruktion dieses, auf dem Gebiet der ganzen Republik einzigartigen Baudenkmales begonnen. Zur Zeit stehen die Renovierungsarbeiten, die von dem Staat und der Stadt Úštěk finanziell unterstützt werden, vor dem Ende. Die an die Synagoge anliegenden Häuser wurden schrittweise abgerissen, das letzte im Jahre 1946. Der Judenfriedhof befand sich in dem Abhang unter dem Dorf Lhota gegenüber dem Šibeniční vrch. Hier wurden Juden aus der nahen und weiten Umgebung beigesetzt. Der Friedhof wurde nach dem Jahr 1948 zum Besitz der Stadt und verödete langsam. Die heutige Stadtverwaltung entschloss, das Grundstück an die Vereinigung der Judengemeinden unentgeltlich zu übertragen, damit der Pietätsort auch künftig erhalten bleibt.
Die Protestanten
Das Úštěk-Gebiet war es in der Vergangenheit mehr evangelisch als katholisch. Auch die St.Michael Kirche mit dem anliegenden Friedhof war ursprünglich evangelisch. Laut Erlass des Ferdinand II. aus dem Jahre 1627 musste ein Teil der Protestanten aus Úštěk das Land verlassen. Nach der Verkündigung des Toleranzpatentes im Jahre 1781 bekannte sich nur ein kleiner Teil der Bevölkerung zu dem Protestantismus. Als Ausnahme galt die Gemeinde Habřina, wo die Leute überwiegend evangelisch waren. Sie kauften sich hier Grundstucke, bauten eine Schule und Wirtschaftsobjekte, gründeten den evangelischen Friedhof. Die überlieferten" Urkunden beweisen, dass der Wirkungsbereich der hiesigen Pfarrgemeinde sich bis zur Nordgrenze des Landes erstreckte. Die meisten Einwohner waren Deutsche und als sie im Jahre 1945 ausgesiedelt wurden, unterging die Pfarrgemeinde. Die Wirtschaftsobjekte wurden liquidiert, der Friedhof aufgelöst und aus der Kirche, der Dominante des Dorfes, wurde eine Ruine. Obwohl sich die evangelische Kirche für das Objekt nicht interessiert, wurde es auf Antrag des heutigen Besitzers, d.h. der Stadt Úštěk, von dem Ministerium für Kultur auf die Liste der Kulturdenkmäler eingetragen und kann hoffentlich vor der völligen Verwüstung gerettet werden.
Die Kriege und die Heere
Sei es direkt oder indirekt, Úštěk wurde von den meisten Kriegsereignissen, die es je in Böhmen gaben, immer irgendwie getroffen. Während der hussitischen Kriege wurde die Stadt von dem Hussitenanhänger Zikmund aus Vartenberk besetzt. In dem Dreissigjährigen Krieg lag hier das Oberkommando des sächsischen Heeres. Eine längere Zeit hatte hier auch das schwedische Heer sein Quartier. Auch der grosse Bauernaufstand im Jahre 1680 war im Gebiet von Úštěk stark zu spüren. Die Bauern und vor allen die Schuster bewaffneten sich und sagten der Obrigkeit aus Liběšice den Gehorsam ab. Das Heer entwaffnete jedoch die Aufständigen und die Führer des Aufstandes wurden am 15.5.1680 zum Tode verurteilt. Vormittags am nächsten Tag wurde vor der Fleischbank an der Stelle, wo heute das Rathaus und die Apotheke stehen ein Hinrichtungsplatz gebaut. Bei der Anwesenheit des Heeres und eines Teiles der Bevölkerung wurden dann um 11 Uhr von dem Henker der Schuster Bohumír Heft aus Úštěk enthauptet und Jiří Ringel aus Chotiněves und Jan Trčka aus Okna gehängt. Als Strafe verlor die Stadt ihre Stadtprivilegien.
Die Tage der Revolution 1848 berührten die Stadt nicht viel.
Im ersten Weltkrieg 1914-1918 war Úštěk eine Militärstadt. Es gab hier den Sitz des Oberkommandos des 9. Infanterieregimentes des Landsturmes und des 9. Infanterieregimentes der Landwehr der k.k. Armee. Zu den Regimenten rückten die Männer im Alter zwischen 18-50 Jahre ein, die dann nach einer kurzen Ausbildung in der Umgebung von der Stadt auf die Front geschickt wurden. Sämtliche größere Objekte, vor allen die Hopfenlager, dienten als Herbergen für die Rekruten. In den Wohnhäusern wurden die Kommandanten untergebracht und die Kommandokanzleien errichtet. Auch Männer aus Úštěk und den benachbarten Dörfern mussten in den Krieg gehen und hunderte von ihnen kamen nie zurück. Den Gefallenen wurden in den Dörfern Denkmäler aufgerichtet, in Úštěk wurden die Namen der Gefallenen in Steinplatten eingraviert, die dann in die Innenwände der Kirche eingesetzt wurden. Weil es aber vorwiegend Bürger der deutschen Nationalität waren, wurden nach dem Jahre 1945 die Denkmäler und Platten entweder abgeschafft oder zu Ehrendenkmälen der Opfer des zweiten Weltkrieges umgestaltet.
In dem zweiten Weltkrieg kamen vor allem Deutsche aus Úštěk um das Leben. Am Anfang des Jahres 1945 wurde die Stadt von der amerikanischen Luftwaffe bombardiert. Bei den Luftangriffen wurden mehrere Häuser getroffen und durch die Druckwelle die Fenster der Stadtkirche ausgeschlagen. Die lezten Luftangriffe vom 8. und 9. Mai sind höchstwahrscheinlich der Luftwaffe der Roten Armee zuzuschreiben. In der Údolní-Straße wurden die sich zurückziehenden Armeekolonnen angegriffen, im Raum der Levínská Straße wurden ein Teil der Bomben vielleicht zwecks der Entlastung der Flugzeuge abgeworfen. Einige fielen in das Wohngebiet, die anderen trafen dann die fliehenden Zivilisten auf der Straße nach Litoměřice oder landeten in den Feldern. Mehr als 20 Menschen kamen ums Leben. In der Kronik aus den Jahren nach 1945 steht falsch geschrieben, dass es die Rote Armee war, die die Stadt befreite. Diese bewusste Unwahrheit wurde erst im Jahre 1970 korrigiert, als in der Zeitung Úštěcké noviny geschrieben wurde, dass es die Soldaten der polnischen Armee waren, die als erste im Mai 1945 in die Stadt kamen.
Úštěk erlebte nach dem Kriegsende noch einen unerwarteten militärischen Eingriff. Es war im August 1968, als die Armeen des Warschauer Paktes das Land besetzten. In den Frühstunden am 21.8.1968 kam eine Panzerkolonne aus Richtung Habřina, fuhr an dem heutigen Hotel Racek über die Eisenbahnüberbrückung hinüber und in Richtung Liběšice weiter. Die Überbrückung wurde dabei beschädigt, musste abgerissen und durch eine Betonbrücke ersetzt werden.
Město Úštěk -
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