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Schlosses und Burgen

Hrádek (Helfenburk)

Helfenburk Die ersten Erwähnungen kommen aus dem Jahre 1375, in dem sie Hanus von Helfenburg mit der ganzen Herrschaft dem Prager Erzbischof verkaufte. Kurz vor dem Ausbruch der Hussitenkriege wurden hier die Reliquien, die liturgischen Gegenstände und weitere Wertsachen aus der Prager Burg versteckt. Im Jahre 1426 versteckte sich auf der Helfenburg der Erzbischof Konrad von Vechta, über dem der Papst einen Bann verhängte, weil er mit Hussiten im Kontakt war. Zu derzeit wurde die Burg dem Jan Smificky versetzt, dem sie bis ins Jahre 1453 gehörte, in dem er für einen angeblichen Verrat hingerichtet wurde. Nachher gehörte die Burg den Michalovicer, Rosenberger und den Sternberger. Im Jahre 1467 wurde die Burg von den Truppen des Königs Jifi von Podäbrady (gegen ihn kämpfte Zdenek von Konopistä) erobert. Nachher war Helfenburg im Besitz vom König, der sie im Jahre 1475 den Herren von Illburg verkaufte. Nach den Vermögensverschiebungen kam die Burg in den Besitz von Jan Sezima von Üsti (Aussig). Diese Herren aber nützten die Burg nicht mehr.


Ploskovice

Ploskovice Das Schloss Ploskovice wurde als Sommerresidenz für die Grossherzogin Anna Marie Frantiska die Toskanerin am Anfang des 18. Jhs erbaut. Im Erdgeschoss befinden sich zahlreiche Arkaden und Kunstgrotten. Höchstwahrscheinlich wurde das Schloss von dem ausgezeichneten Barockarchitekten und Baumeister Kiliän Ignäc Dienzenhofer gebaut. Mitte des 19. Jhs wurde Ploskovice zur Privatresidenz des pensionierten Kaisers Ferdinand des V. des Habsburgischen, des letzten gekrönten böhmischen Königs. Damals wurde das zweite Erdgeschoss gebaut, das Gesamtinterieur wurde dem Stil und dem Geschmack der damaligen Zeit angepasst. Die innere Verzierung wurde von einem der bedeutendsten Maler des tschechischen Romantismus Josef Navrätil gebildet. Von ihm stammen auch die meisten Wändmalereien. An seiner Schulter arbeitete hier auch, damals schon ein berühmter Bildhauer, Väclav Levy. Nach dem Tode des Ferdinad des V. nahm sich des Schlosses der Kaiser Franz Josef der l. an. Zur Zeit sind die Schlossinterieure mit dem Immobiliar des Zweitrokokoursprungs ausgestattet, das teilweise aus der Prager Burg und teilweise aus anderen nordböhmischen Schlössern kommt. Das Schloss Ploskovice wird von einem breiten Park, ursprünglich im Versailles Stil konzipiert, umgeben. Nach dem Jahre 1918 wurde hier die Sommerresidenz des Aussenministe-riums errichtet und zu den Gästen zählten z.B. Edvard Benes, Jan Masaryk, Indira Gandhi und weitere Persönlichkeiten des politischen und kulturellen Lebens. Gerade zu dieser Zeit wird im zweiten Erdgeschoss die Exposition unter dem Namen Die Habsburger und das Böhmen vorbereitet.


Libochovice

Libochovice Das Schloss von Libochovice zählt höchstwahrscheinlich zu den grössten Attraktionen des Gebietes um Litomäfice (Leitmüritz) herum, sowie zu den bedeutendsten Barockdenkmälern in der tschechischen Republik zu. Wir finden es direkt auf dem Platz in Libochovice und gerade hier, hinter seinen Wänden wurde im Jahre 1787 der geniale Wissenschaftler und Arzt, der Bahnbrecher der slawischen Gegenseitigkeit, der Dichter und der Pädagoge "Von Weltruhm, Jan Evangelista Purkynö geboren. In der stets beständigen Exposition im Erdgeschoss des Schlosses können wir seinem Werk und seinem Leben verfolgen. Die Geschichte des Schlosses fängt im 13. Jh. an, das gegenwärtige Aussehen bekam das Schloss jedoch in den Jahren 1682-1690. Die Bauten wurden von dem italienischen Architekten Antonio Porta geführt, und zwar im Frühbarockstil. Die Verzierung der Interiere ist mit den italienischen Künstlern Francesco Marcheti, Jacop Tencalli, Guiseppe Mattoni verbunden, vollendet mit der Kollektion der Leinen von Christian Schröder, dem Lehrer von Petr Brandl. In den Schlossinterieuren können Sie sich dann den ganzen Querschnitt durch die Entwicklung des Wohnens von der Renaissance und dem Barock, über die Zeit des Rokokos, Empires bis zu den Stilen der Hälfte des letzten Jahrhunderts anschauen. Unsere Aufmerksamkeit sollten wir auch dem grossen Park widmen, der am Ende des 17. Jhs. von dem tschechischen Gärtner Jan Tulipän gegründet wurde und als eine kleine Immitation des Gartens von Versailles aus den Zeiten des Ludwig des XIV konzipiert wurde. Später wurde der Park erweitert und zum englischen Park mit zahlreichen ausländischen Bäumen überleitet. Mit ganzem Recht können die Bewohner von Libochovice auf dieses Klenot unter den Schlössern Nordböhmens stolz sein, fast so stolz wie die Pfauen, die durch den Park herumstreichen.


Házmburk

Hazmburk Die Burg Hazmburg bildet eine dergrös-sten Dominanten des Böhmischen Mittelgebirges und liegt nicht weit von der Stadt Libochovice entfernt. Mit den archäologischen Funden wurde hier die Existenz einer Burgstätte aus der älteren Eisenstein und der mittleren Burgstättenzeit bestätigt. Die Geschichte der Burg, die ursprünglich Klapy genannt wurde, nach dem Rand, an dem sie gebaut wurde, greift in die Hälfte des 13. Jhs. ein. Die Burg wurde um Jahre 1250 auf dem Gebiet der Lichtenburger aufgebaut und blieb in ihrem Besitz bis zum Anfang des 14. Jhs., als sie der böhmische König Jan Lucembursky gewann. Im Jahre 1335 kaufte die Burg einer der bedeutendsten Adeligen des Landes Zbynek Zajic von Valdek ein. Zusammen mit der Burg und dem Dorf Klapy kaufte er auch die Feste und das Dorf in Libochovice und weitere Dörfer. Nach seinem deutschen Namen Zajic (Hase) wurde die Burg auf Hasenburg umgenannt, (es wurde später auf Hazmburk tschechisiert). Kurz nach dem Jahre 1335 trat Zbynek Zajic zu mehreren Baueinrichtungen zu. Zu der Zeit wurden weitere Gebäuden zusammen mit dem Eingang vom Norden, dem unteren Tor und dem zweiten, sog. schwarzen Turm aufgebaut. Die Burg Hazmburk gewann dadurch ihr ausgeprägtes Aussehen mit zwei Türmen - dem oberen, sog. weissen Turm (Bau-material Sandstein) und dem schwar-zen Turm (Baumaterial - Basalt). Die Zajfcer von Hazmburg gehörten, v.a. im 14. und 15. Jh. zu den mächtigsten Stämmen im Königstum und ihre Residenzburg Hazmburk wurde zu einer der bedeutendsten Unterschtütz-ungen des Königs und der Kirche, was sich v. a. zur Zeit der Hussitenkriege äusserte. Die Hussiten versuchten die Burg dreimal zu erobern, und zwar im Jahre 1424, t wo sie nach der Niederlage Libochovice in Brand stellten, und dann in den Jahren 1429 und 1431, auch ohne Erfolg. Seit Ende des 15. Jhs. sank allmählich die Bedeutung von Hazmburk, weil die Zajicer in ihre Residenz in Budyne an der Eger umzogen, wo sie ein prunkvolles Renaissanceschloss aufbauten. Die Zajicer hatten Hazmburk bis im Jahre 1558 im Besitz und verkauften sie ziemlich verwüstet den Lobkowit-zern. Danach wurde die Burg langsam baufällig und heutzutage erinnert uns an ihre reiche Vergangenheit nur eine Ruine. Mit der Burg werden zahlreiche Sagen verbunden, v. a. über versteckte Schätze, was zu Folge hatte, dass im Verlaufe der Jahrhunderte viele Gold-gräber in der Gegend auftauchten. Ihre Aufmerksamkeit widmeten der Burg auch viele Dichter, wie z. B. Karel Hynek Mächa, Svatopluk Öech oder der Maler Emil Filla.


Zubrnice

Zubrnice Nicht weit von Velke Brezno entfernt, am Fusse des Berges Bukovä Hora (Buchenberg) liegt die Dorfgemeinde Zubrnice. Dort wird seit der ersten Hälfte der siebziger Jahre das Areal des Museums der Volksarchitektur des Böhmischen Mittelgebirges, das als Zubmicer Freilichtmuseum bekannt ist, gebildet. Dank der Arbeit der Fachleute aus dem Museum in Üsti nad Labern wurden hierher viele Sehenswürdigkeiten, vor allem aus den Orten, wo sie infolge des Braunkohlenbaus gefährdet wurden, transportiert. Direkt auf dem Dorfplatz zieht die Aufmerksamkeit der Besucher der Barockbrunnen an, der aus StHzovice überführt wurde. Sie sollten sich auch der Exposition des Dorfes, eines kleinen Dorfgeschäftes oder der klassi-schen Schulklasse widmen. In der Hochsaison werden zahlreiche Aktionen, wie z. B. der Zubmicer Jahrmarkt am Maianfang, veranstaltet.

Zum Freilichtmuseum gehört auch der Bahnhof aus den Zeiten der kaiserköniglichen Monarchie, heute als ein kleines Eisenbahnmuseum gestaltet. Die Trasse Velke Brezno - Vemerice mit der Abbiegung nach Loveökovice und Üstek windet sich durch das Tal des Lucni potok (Wiesenbaches) und teilweise erreicht sie eine Steigerung bis zu 40 Promillen. Aus Velke Brezno, das in der Höhe von 149 m über dem Meeresspiegel liegt, steigt sie zu ihrem höchsten Punkt, zu der Haltestelle Mukarov (569 m), die nur 15 km weit entfernt ist. Für diese Trasse musste auch eine spezielle Dampflokomotive, die für ihren charakteristischen Klang "Tschoki" genannt wurde, projektiert werden. Der Verkehr auf dieser Trasse wurde im Jahre 1978 beendet. Es ist aber eine, bis jetzt zwar unverwirk-lichte, Absicht des Kreismuseums, die Museumseisen-bahn,- die die Besucher ins Freilichtmuseum fahren würde, zu erneuern. Die überfüllten Züge, die ab und zu seit dem Jahre 1993 fahren, beweisen die Berechtigung dieser Absicht. Und wir können uns hoffentlich auf einen angenehmen Ausflug in naher Zukunft freuen.


Terezín - Festung an der Eger

Terezín "Terezin (Theresienstadt), die wir zur grösseren Sicherheit unseres böhmischen Königstums errichten", so sprach der Kaiser der habsburgischen Monarchie Josef der II. in seinem Dekret vom 9-Dezember 1782, mit dem er der unübersehbaren Baustelle den Statut einer freien Königsstadt schenkte. Mit dem Bau einer Festung, die den Namen nach der Kaiserin Maria Theresia bekam, wurde schon im Frühling 1780 angefangen, und die Festung sollte später vor allem als Schutz gegen die preussiche Ausbreitung dienen. Im Krieg um die bayerische Erbschaft wurde eben die Richtung der Einbrüche der preussischen Truppen bestätigt und so wurde entschieden, eine Festung auf diesem Gebiet aufzubauen. Es ist nötig zu erwähnen, dass ein Schutzsystem, das an dem Aufbauen von Festungen begründet ist, zu der Zeit, zu der nämlich Österreich zu dem Aufbau zutratt, ganz veraltet war. Schon im Jahre 1790 erreichte die Festung so ein Stadium der Verfertigung, dass sie selbst zur Verteidigung fähig war. Terezin (Theresienstadt) aber bekam ein vollendetes Abbild der Festung erst in den 30. Jahren des 19. Jhs., als auf dem Nordplatz in der Stadt auch das Rathaus fertiggestellt wurde. Die preussische Ausbreitung, gegen welche die Festung aufgebaut wurde, wurde aber am Ende des 18. Jhs. durch die französische Revolution in den Hintergrund gedrückt und aus den Feinden, Österreich und Preussen, ergaben sich plötztlich Verbündete. Auch zu der Zeit der Napoleonkriege hatte die Festung keine Möglichkeit, ihren eigenen Sinn zu erfüllen. Nach der Niederlage von Napoleon Bonaparte wurde dank dem Wiener Kongress der Frieden in Europa abgeschlossen, der aber schon im Juni 1866 durch das Eindringen der preussischen Truppen nach Böhmen zerstört wurde. Die Festung spielte aber auch dann keine Rolle in der Verteidigung, weil die preussische Armee gegen alle Voraussetzungen nicht durch dieses Gebiet zog. Die Festungen verloren mit der Zeit an Bedeutung, weil die Verbesserung von Waffen und Kommunikationsnetzen dazu führte, dass die Festungen nur als kleine Inseln in den Armeeschwemmungen dastanden. Im Jahre 1888 wurde das Festungsstatut der Terezin (Theresienstadt) annuliert. Es wäre eigentlich sehr nett gewesen, wenn man hier an dieser Stelle die Geschichte der Theresienfestung beenden konnte, mit dem, dass die Kriegsleiden an ihr vorbeigingen, aber das Schlimmere aus der Geschichte sollte erst noch kommen, sicher auch deswegen, weil die bautechnischen Parameter dafür sprachen -Kammern, Kasematen, lange Gänge, dicke undurchdringliche Wände. Schon zu den Zeiten Österreichs diente die Kleine Festung (über das eigene Schema reden wir an einem anderen Ort) als eines der grausamsten Gefängnisse für politische Feinde. Ihre Lebensabläufe beendeten hier z.B. die drei Attentäter des Thronnachfolgers Ferdinand d" Este in Sarajevo. Zu den letzten Feinden der Monarchie, die in der kleinen Festung eingesperrt waren, zählten auch die bekannten Teilnehmer der sog. Rumburger Empörung im Jahre 1918. Zur Zeit der Okkupation von Böhmen und Mähren wurde aus der Kleinen Festung die grösste Folterkammer auf dem Gebiet des Protektorats Böhme Mähren. Am 10. Juni 1940 übernahm die TheresienK das Prager Gestapo, um dort ein Gefängnis zu errichte Jahr später nützten die Nazisten für ihre Pläne auc Hauptfestung aus. Am 24-November 1941 kamen au? nach Theresienstadt die ersten Truppen der jüdi Häftlinge, um hier das jüdische Ghetto aufzubauen. B Mitte des Jahres 1942 musste die ursprüngliche Bevöll wegziehen und die ganze Stadt wurde so zu einem g] Konzentrationslager, das aber nur als Umsteigstation ( Die Endstationen müssen wir ja nicht vorstellen. Di gende Bilanz ist nur schwer vorstellbar. In der K Festung wechselten während der Zeit der Okkupatior 32 000 Leute, von denen wurden 2 600 zu Tode gern Im Ghetto wechselten während der fünf Jahre über 16 Menschen, von denen fast 35 000 an Hunger, Kälte demien, Polterungen und Hinrichtungen starben. Von die weiter in andere Konzentrationslager und Vemich lager deportiert wurden, kehrte nur ein winziges Teil dem Krieg zurück.