Umliegende Stadte
Litomìøice
Unsere Wanderungen im Gebiet von Litomeøice (Leitmüritz) können wir ja nirgendwo anders als in Litomefice (Leitmüritz) anfangen. Und weil die Stadt direkt am FUSS des Böhmischen Mittelgebirges liegt, begeben wir uns nach seiner Besichtigung in Richtung Norden, entweder mit dem Auto, oder mit dem Fahrrad oder aber auch zu Fuß. Möglich ist es auch, alle diese Arten zu kombinieren und an die Eisenbahn oder den Busverkehr anzuknüpfen. Das hängt von Ihrer Lust und Kondition ab und davon, wieviel Zeit Sie hier verbringen möchten. Das Gebiet, das wir uns zum Ziel genommen haben und das auf unserer Landkarte zu sehen ist, ist nicht groß, aber sehr reich an Sehenswürdigkeiten. Und jetzt noch zu Litomeøice (Leitmüritz) zurück.
Über Litomeøice (Leitmüritz) wurden schon ganze Stöße Papier geschrieben und viele Publikationen herausgegeben, denn man kann Litomefice (Leitmüritz) aus verschiedensten Perspektiven betrachten - königliches Leitmüritz, Mächas Leitmüritz, Leitmüritz - der Garten Böhmens..., einiges davon könnte ja fast als Buchtitel benutzt werden. Wir könnten auch mit den besten Fachmännern reden, damit wir Ihnen, werte Leser und Leserinnen, das wichtigste, meist künstlerische, meist duftende zeigen würden. Aber wir überlassen es lieber den berufenen Kennern, denn wir wollen Ihnen Litomefice (Leitmüritz) so vorstellen, wie wir es im Frühling des Jahres 1998 erlebten, ohne uns mit wichtigen Einzelheiten befasst zu haben. Wir sind ja nur Stadtbesucher, genauso wie Sie, und wir legen Ihnen unsere Eindrücke vor. Zuerst noch ganz schnell zu dem oben angegebenen Inhalt, damit wir auch das Wort halten.
Litomeøice (Leitmüritz) war eine Königsstadt, das ist die nackte Tatsache. Die Stadtrechte wurden ihr schon im Jahre 1262 vom König Pfemysl Otakar dem II. bestätigt. Das Stadtgericht diente dann für lange Zeiten als das "einzige Berufungsgericht für das nördliche und nordwestliche Gebiet des Königstums. Eine bedeutende Rolle spielte Litomeøice (Leitmüritz) auch zu den Zeiten der Hussitenkriege und nach ihrem Ende wurde es zu der bedeutendsten Stadt in Nordböhmen. Wie schon gesagt wurde, kam es infolge der Hussitenkriege einerseits zur Schwächung der Kirche, andererseits aber zur Stärkung des Bürgerstands. Das selbstständige Stadtrecht wurde Litome'nce (Leitmüritz) im Jahre 1610 infolge der Zentralisation der Habsburger weggenommen. Wie die stummen Zeuge der alten königlichen Zeiten stehen heute in Litomefice (Leitmüritz) Gotik-, Renaissance- und Barockbauten, geschützt in der Stadtreservation. Von den 256 Objekten sind 104 in der Liste der geschützten kulturellen Denkmäler eingetragen und fast alle von denen finden Sie im Stadtzentrum, das vom großen Teil mit dem ursprünglichen gotischen Festungswerk umgeben ist. Die Brunnen, die Pestsäule, die Häuser auf dem alten Ring, die Kirchen, das Museum usw., das alles erwartet Ihren Besuch. Und wenn es Ihnen genug wird, richten Sie Ihren Blick auf das Festungswerk: so eine wundervolle Aussicht über das alte Litomefice (Leitmüritz), an den Dömsky pahorek (Domhügel), über das ganze Panorama des Böhmischen Mittelgebirges oder einfach nur über die in der Sonne liegenden Studentinnen (Studenten) finden Sie sonst sehr schwer. Bevor wir aber den Ausflug durch LitomeTice (Leitmüritz) beginnen, sollten wir ganz kurz in das Informationszentrum, das sich auf dem Stadtplatz im Haus U kalicha (Am Kelchen) befindet, hineingehen, denn dort gibt es Landkarten und Touristenführer, die uns die Orientierung leichter machen werden und die uns auch verschiedene andere Auskünfte anbieten können, die wir absichtlich nicht erwähnt haben. Und zum Abschluß noch: Wenn Sie sich auf den geheimnissvollen Weg durch die Geschichte begeben, in den historischen Bauten von Litomefice (Leitmüritz) den mittelalterlichen Geist suchen, werden Sie bei Ihrem Spaziergang in der Galerie der Künste und in dem Stadtmuseum einen interessanten Zusammenhang finden, einen Zusammenhang zwischen den mittelalterlichen Gebäuden auf den Straßen, auf dem städtischen Platz, auf dem Dömsky pahorek (Domhügel) und der Kunst, die in der Galerie und dem Museum zu sehen ist. Und Sie werden auch die weitere Verbindung in der Kirche der Zvestoväni Panny Marie (Verkündigung der Heiligen Maria) finden, denn dieses Jahr verläuft dort eine Ausstellung unter dem Namen Der Offene Dialog, die die Fortsetzung zum ursprünglichen Symposium Barock und Gegenwart aus dem Jahre 1992 bildet. Und der Kreis schliesst sich.
Galerie der Bildenden Künste in Leitmüritz
Als Ausgangspunk und auch als Schwerpunkt wird die Exposition der alten Künste aus Litomefice (Leitmüritz) und nordwestlichem Böhmen angesehen. Die Exposition fängt mit einer Sammlung der Gotikkunst von dem 14. bis zum Anfang des 16. Jh. an, und zwar mit den Tafelzeichnungen und Polychromplastiken. Der Höhepunkt der gotischen Kunst liegt in einer Sammlung, der bereits zur Renaissance gehörenden Tafelzeichnungen, vom Meister des Leitmüritzer Altars. Es folgt die Kunst des Bildhauers süddeutsches Ursprungs und Schule Ulrich Creuze, der im Jahre 1515 viele Spuren seiner künstlerischen Tätigkeit im Nordwest Böhmens hinterliess. In den Ausstellungsräumen können wir auch die Werke des berühmten Monographist Meister I. W. bewundern, von dem hier einige Tafelbilder zu sehen sind. Die Kunst des Barocks macht einen mehr in sich abgeschlosse-nenen Eindruck und zeigt Werke solcher Künstler wie z.B. M. B. Braun, P. Brandl, J. Kupecky usw. waren. Diese Exposition geht langsam in die Sammlung der Künste des 19. Jhs.über, repräsentiert durch Werke von A. Machek, Piepenhagen, J. Navrätil, A. Kosärek, J. Mafäk oder durch Impressionisten A. Chittusi, A. Slavicek, J. Preisler und J. Stursa. Die Exposition wird mit Sammlungen des 20. Jhs. abgeschlossen, die aber nicht immer den Besuchern zugänglich sind. Ausser dieser Exposition veranstaltet die Galerie auch kurzfristige Ausstellungen der künstlerischen Tätigkeit der zeitgenössischen tschechischen Künstlern.
Sammlung der naiven kunst Böhmen und Mähren
Im Hinteren Teil des Hauses Nr. 24 auf dem Friedenplatz macht die Galerie der bildenden Künste eine einmalige Sammlung der naiven Kunst Böhmens und Mährens zugänglich. Diese Sammlung zeigt die Schaffung unserer berühmtesten naiven Künstler. Schauen wir sie als einen netten Gegensatz zur Vollkommenheit und Profesionalität der alten Meister an.
Museum and Galerie der Leitmüritzer Diözese
Das Museum und die Galerie der Diözese, die im Gebäude des gotischen Hauses auf dem Friedenplatz Nr. 24 ihren Platz haben, stellen der Öffentlichkeit die Sammlungen hiesiger Bischöfe vor. Sie können hier die Kunstwerke vom 12. bis zum 17. Jh. bewundern, vertreten z.B. durch Madonna im Geschlossenen Garten vom Meister der Tiburtiner Sibylle, das Bild des Heiligen Antonius Klausner von L. Cranach alt. oder die Werke von K. Skreta, A. Kern, J. Steen, J. Willemsze de Wet, eines flamischen Künstlers des 17. Jhs. aus dem Kreise um P. P. Rubens, usw.
Ústí nad Labem
Ústí n. L. ist wie ein Knabe, dem der Körper zu schnell gewachsen sei und der nichts damit anzufangen weiß. Eine naturliche Entwicklung kann nicht erzwungen werden, und unsere Stadt hat den Nachteil, dass sie eigentlich kein Alter hat. Auch die ältesten, nicht kirchlichen Gebäude der Stadt sind nur etwa 100 Jahre alt. Die schnelle Entwicklung seit der Hälfte des letzten Jahrhunderts bis zur Hälfte dieses Jahrhunderts machte eigentlich aus einer Kleinstadt eines der größten Zentren des Lebens im Land. Die Stadt wuchs bis in die siebziger Jahre, eher aber in die Breite, als in die Tiefe. Sie hatte auch keine Zeit dazu, im Gegensatz zu den, scheinbar vergleichbaren, Städten wie z. B. Liberec, Ceske Budejovice usw. Die Stadt wurde vor allem durch die Wirtschaft und durch ständigen Wechsel der Einwohner be-einflusst. Einen mächtigen Zuwachs der Einwohner während der fünfziger Jahre, Massenvertreibung von Tschechen vor dem Krieg und von Deutschen nach dem Krieg, danach folgende Ansiedlung von Menschen, die hier zwar ein Dach über dem Kopf, aber kein Zuhause gefunden haben. Deshalb wurde auch die erste, ein wenig stärkere Generation erst Ende der fünfziger Jahre geboren, und festere Wurzeln fand hier erst die Generation danach, heute sind es etwa die Zwanzigjährigen. Die Leute bekamen hier eine Stadt geschenkt, die während des Krieges und der kommunistischen Regierung zerstört wurde, eine Stadt, die nur schrittweise und unsicher wieder aufgebaut wurde. Aber auch eine Stadt mit großer Kraft und vielen Möglichkeiten, eine Stadt mit fast unrealer Entscheidungsfreiheit. Die ideale Lage der Stadt am Fluss, in einer wunderschönen Landschaft, internationale Straßen- und Eisenbahnverbindung, eine allmählich transformierte Wirtschaft, breite Entwicklungsgebiete im Zentrum und am Stadtrand, die Nähe von Prag und Dresden, aber auch neue Mittelpunkte der Kultur und des menschlichen Daseins (Universität, Klubs, Theater, Ausstellungsräume), das alles gibt der Stadt ene Chance zur Stabilisierung der Einwohner, zur Wiedergeburt der Stadt und letztendlich auch zu ihrem natürlichen Alt-zu- werden-prozess.
Dieser Blick vorwärts, ohne die Last der Konventionen, macht aus Üsti n. L., eine sog. offene Stadt. Deswegen drangen nach dem November 1989 in die Stadt Banken mit neuen Gebäuden vor, deswegen konnte im Stadtzentrum ein Parkhaus mit Tankstelle gebaut werden, deswegen konnte die Stadt die Smetana - Parkanlage rekonstruieren, und zwar in einem sehr modernen architektonischen Stil und nur deswegen konnte hier die neue Mariánsky - Brücke gebaut werden. Und das sind nur Startpositionen der Stadt. Eine weitere, vielleicht sogar noch mächtigere Welle hängt mit der Stellung der Stadt in der Region zusammen. Mit ihrer dominanten Lage im Netz der Geschäfte und der Dienstleistungen und mit dem Zentrum der Arbeitskräfte ist sie ein wichtiger Mittelpunkt der Region. Die stärksten Geschäftsfirmen streben danach, die besten Stellen in der Stadt einzunehmen (Macro, Globus, Obi), die bedeutendsten Stadtfirmen Spolchemie und Setuza geben sich Mühe, immer in der ersten Linie zur tschechischen Wirtschaft zu stehen. Die Stadt wird bald zum Verwaltungszentrum des Bezirks. Eine weitere Bewegkraft bedeutet für die Stadt die allmähliche Regeneration der umliegenden Landschaft, die durch die Grubentätigkeit vernichtet wurde. Die Preise der Flächen, die in der Nähe der Straße 1/13 und der Bau der Autobahn bilden zusammen ein interessantes Angebot zur kommerziellen Ausnutzung im breiten Spektrum an. In weiterer Landschaft werden die ursprünglichen Naturgebiete erneuert. Es ist z. B. sehr interessant, die außergewöhnliche Regeneration des ehemaligen Bergwerkgebietes in Chabarovice (Karbitz) zu verfolgen (Der Bergbau wurde hier durch den Druck der Gemeindeverwaltung unterbrochen). Chabarovice stellt heutzutage im rechten Sinne des Wortes einen Sprung der ganzen Stadt in die Zukunft, dar. Es wird hier ein See mit der Wasserfläche von der Größe des Mächa - Sees, mit zahlreichen touristischen Möglichkeiten für das Gesamtgebiet, gebaut. Nach vielen Jahren werden so die Städte Üsti und Teplice durch natürliche Landschaft mit einem Wegenetz verbunden. Üsti n. L. ist eine, in seinem Herzen, unnachgiebige und starke Stadt, und es ist auch eine Stadt vieler Möglichkeiten, und sie wartet noch auf ihre definitive Bearbeitung.
Teplice
Begeben Sie sich mit uns auf den Weg nach Teplitz, einer Stadt mit der reichen Vergangenheit eines europa-, ja weltberühmten Kurbades, in eine Stadt, überaus rege in allen seinen Unternehmen, Unterhaltungen und kulturellen Angeboten, in eine Stadt voller Parks und Springbrunnen und auch beliebter Restaurants und kleiner Cafés, kurz: nach "Klein Paris", wie Teplitz einst genannt wurde.
Die Stadt Teplitz ist eingebettet in die reizvolle Landschaft zwischen Böhmischem Mittelgebirge und dem Massiv des Erzgebirges, unweit der Grenze mit Deutschland. Die Entdeckung der heißen Heilquellen datiert sich schon ins Jahr 762. Die weitere Entwicklung reiht Teplitz in die ältesten Kurbäder in Europa ein. Sein Ruhm erreichte europäische Ausmaße, wovon viele berühmte Persönlichkeiten zeugen, die die Heilkraft der Teplitzer Quellen in Anspruch nahmen. Zu den berühmtesten Besuchern gehörten Goethe, Beethoven, Chopin und Liszt.
Nach dem Jahre 1990 kommt es in einem relativ kurzen Zeitraum zu einer komplexen Rekonstruktion der Kurhäuser, die nun ihre Dienstleistungen auf höchstem Niveau anbieten. Die Stadt baute eine neues Schwimmhallenareal mit Squashcourt, sie rekonstruierte das Gebäude des Erzgebirgischen Theaters mit einem Kostenaufwand von mehr als 150 Mill. Kronen. Ein reichhaltiges Angebot an kulturellen Veranstaltungen bieten das Kulturhaus und die Kinos, einschließlich Sommerkino. In Teplitz hat auch ein sinfonisches Orchester sein ständiges Zuhause - die Nordböhmische Philharmonie Teplitz. Sie bereichert das kulturelle Leben der Stadt im Verlauf des ganzen Jahres, in den Sommermonaten führt sie ihre Konzerte im Kurpark auf.
Teplitz mit seiner näheren Umgebung bietet Ruhe und Entspannung in seinen Kurparks, eine interessante Architektur seiner Empire- und Jugendstilbauten und eine reiche Auswahl an Natur- und historischen Sehenswürdigkeiten. Ein Anziehungspunkt für die Besucher ist der Schlossplatz mit seinem bildhauerischen Kleinod, der Pestsäule von Matthias Braun aus dem Jahre 1718.
Teplitz ist aber auch als traditioneller Hersteller vor allem von Glas und Keramik bekannt. Die bedeutenden Produzenten sind nicht nur bei uns berühmt, sondern auch in aller Welt geschätzt.
Ausgezeichnete Bedingungen für Sport und Touristik bietet das nahe Erzgebirge und Böhmische Mittelgebirge. Künstlich angelegte Seen, durch Rekultivierungstätigkeit entstanden, bieten eine reizvolle Umgebung für sommerliche Erholung, bergiges Terrain mit Skiabfahrtpisten unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades und gut instand gehaltenen Langlaufstrecken bieten ein reichhaltiges Angebot für winterliche Erholungssuchende. Außergewöhnliche Aussichten vom Gipfel des Schlossbergs, des Borschen und des Mileschauer oder vom Mückenberg mit seiner Seilbahn gehören zu echten Erlebnissen. Das gegenwärtige Teplitz ist eine Stadt voller Grün und Springbrunnen, wo jeder Besucher, auch der anspruchsvollste, ein Plätzchen findet, das ihn erfreut und zu dem er gerne zurückkehrt.
Mìsto Úštìk -
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